Workshops für Schulklassen
«Phänomen Münchhausen»
20.02. – 6.4.2026
Vermittlerin
Julie Mader
Die Geschichten des Baron Münchhausen gehören zur Weltliteratur: Mit seiner Mischung aus Erzähllust, Abenteuer und aufklärerischer Kritik verbreitet sich Münchhausen rasant um den Globus.
Weit über die Bücher hinaus kristallisiert sich ein ganzer Kosmos von Fragen zu Wahrheit und Lüge, zu Vorstellungskraft und Phantastik – bis hin zu den Themen Täuschung und Anerkennung, auf die der medizinische Fachbegriff «Münchhausen-Syndrom» zielt. Ausgehend von den berühmtesten Episoden Münchhausens präsentiert die Ausstellung das «Phänomen Münchhausen» anhand von zahlreichen Buchausgaben, Illustrationen und Objekten aus dem 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart.
In den interaktiven Workshops tauchen die Schüler*innen in die fantastischen (Lügen-) Geschichten von einem unglaublich souveränen und erzähllustigen Helden ein. Die Abenteuer des Barons sind waghalsig, wahnsinnig und witzig – die strategisch überzeichnete Erzählweise ermöglicht vielseitige Lesarten. Das kritische Potenzial von Satire, aber auch der glorifizierende Aspekt der Schilderungen Münchhausens werden Teil der Diskussion. Wie wissen wir ob und inwiefern etwas ‘kritisch’ gemeint ist? Wie können wir uns da sicher sein? Ab wann wird eine übertriebene Behauptung zum kritischen Kommentar? Wie können wir (kritisch) mit Unwissen umgehen? Zudem wird über diese Fragen eine Verbindung von den Geschichten zu zeitgenössischen Kontexten hergestellt: Wie gekonnt überspielt KI ihre Wissenslücken? Was hilft wirksam gegen Desinformation? Die Schüler*innen kommen im Rahmen des Workshops selbst ins Erzählen und können sich ihrerseits im kritischen Fabulieren üben.
Durch den Fokus auf Text und Bild bietet sich der Besuch des Workshops auch für gestalterische Fächer und Schulen an.